Ein Zeitsprung
Hier schreibe ich, was mich im Moment beschäftigt.. Die Idee
Das muss das erste Mal sein das ich ein Update am Flughafen schreibe. In ein paar Minuten werden wir abheben und nach Santiago fliegen. Costa Rica war ein kurzer Stop auf unserer Reise und eigentlich wollten wir uns nicht so lange hier aufhalten. Gut das wir uns anders entschieden haben. Allein schon die Busfahrt von der Grenze Nicaraguas nach Liberia fühlte sich an wie eine frische Brise. Die sogenannten Chickenbusse welche die Städte in Nicaragua verbinden waren für mich stets eine Geduldsprobe. Allein schon deswegen weil die Busse ja eigentlich für Kinder designed wurden und nicht für Erwachsene. Aber auch wegen der Sicherheit unseres Gepäcks. Jedes Mal hätte sich jemand daran vergreifen können und wir hätten es wahrscheinlich nicht mitbekommen. Zudem stellte sich heraus das die Leute einen in den Busbahnhöfen immer erst einmal anlügen und versuchen einen zu betrügen. Das nervt über die Zeit und wenn dann mal einer die Wahrheit sagt, ist man dennoch skeptisch. Um meine Partnerin zu zitieren: "Das hinterlässt eine Geschmäckle".
In Nicaragua haben wir daher etwas weniger Zeit verbracht als eigentlich geplant und diese Tage in Costa Rica genossen. Natürlich war nicht alles Trauer und Regen. In Nicaragua sind auf einem Schlitten einen Vulkan hinunter gerodelt, haben untergegangene Kolonialstädte besucht, die Schönheit des Vulkans auf Ometepe und das Panorama genossen, in Popoyo waren wir seid mehreren Jahren auf einer Strand party und sind gesurft. Es war von allem etwas dabei. Mein Highlight in Nicaragua war die Insel Ometepe. Das erkunden der Insel mit dem Scooter, den Blick auf den Vulkan während wir am Strand liegen und die Panoramablicke waren für mich der Grund weswegen ich gerne länger geblieben wäre.
Die Zeit rennt jedoch und so sind wir zu Fuss über die Grenze nach Costa Rica. In La Fortuna haben wir als erstes Halt gemacht für den Rio Celeste. Das ist ein Fluss welcher an einer Gabelung die Farbe von Braun in Hellblau ändert. Außerdem gibt es in der Ecke besonders viele Faultier-Exkursionen. Wir haben einiges über die Tiere gelernt und eine Menge Faultiere gesehen. Das Faultiere einen sehr schnell angreifen können hat mich dabei am meisten überrascht. Faultiere sind nämlich sehr wohl in der Lage schnell zu handeln. Das überrascht dann nicht nur Menschen die sich Faultieren nähern sondern auch Predators. Deren Krallen will man nicht abbekommen. Faultiere sind ein eigenes Ökosystem mit Bakterien die einen in wenigen Tagen zu Grunde richten. Dafür sehen sie super cute aus. :D
In Cahuita was unser zweiter Halt in Costa Rica war haben wir wie in Popoyo etwas durchatmen können. Die Unterkunft war einfach fantastisch. Man konnte die Beine hochlegen und so richtig durchatmen. Dazu kam auch noch dass das Wetter mitspielte. Die meiste Zeit haben wir in den Nationalparks in der Gegend verbracht. Dort streunen unter anderem verschiedene Affenarten umher und Waschbären. Die Lokals bezeichnen diese als eine Gang, da Touristen jeden Tag im Nationalpark von der Gang um etwas erleichtert werden. Auch uns hätten sie fast eine kleine Tasche entwendet aber nur fast ;)
Nun beginnt gleich das Boarding. Beim nächsten Update sind wir wahrscheinlich bereits in Patagonien.
...Zeitsprung....
Nun sitze ich hier auf dem kalten Boden des Busbahnhofs von Los Angeles, neben der einzigen funktionierenden Steckdose. 27 Tage sind vergangen und wir sind bereits in Argentinien. Chile war kurz gesagt: fantastisch. Wir haben La Serena im Norden Chiles besucht, weil meine Partnerin dort vor elf Jahren studiert hat. Gemeinsam haben wir ihre liebsten Erinnerungen wieder aufleben lassen: billigen Wein trinken, Completo essen, ehemalige Mitbewohner treffen und durch ihre alte Universität schlendern. Die Stadt ist auch ein toller Ort für einen Strandurlaub. Wir haben unsere Abende oft am Strand verbracht. Das Klima in La Serena hat mir wirklich gut gefallen. Während die Temperaturen in Zentralamerika auch nachts heiß bleiben können, wurde es in La Serena angenehm kühl. Persönlich ist das Wüstenambiente der Umgebung für mich aber kein Grund zurückzukehren. Es gibt keine schönen Berge zum Wandern.
Als nächstes stand ein kurzer Stopp in Chillán auf dem Programm, wo wir beide alte Freunde treffen konnten. Sarah traf eine Freundin, die sie über Couchsurfing kennengelernt hatte, und ich einen ehemaligen Thoughtworker, den ich in meinen ersten Wochen bei der Firma in Indien kennengelernt hatte. Wir hatten einen wunderschönen Tag zusammen mit vielen Geschichten zu teilen. Obwohl die Zeit großartig war, mussten wir weiter nach Puerto Montt, wo unsere Fähre auf uns wartete für den nächsten großen Höhepunkt der Reise: PATAGONIEN!!!

Wir kamen mit der Fähre von Puerto Montt in El Chaitén an und nutzten vom ersten Tag an unsere Daumen, um zu den Trailheads zu gelangen. Nördlich und südlich der Stadt gibt es verschiedene Wanderwege, die einen Besuch wert sind, wobei ich die Vulkanwanderung dem Gletscher-Mirador-Trail vorgezogen habe. Ich bin immer noch zögerlich beim Trampen, aber nach mehreren erfolgreichen Etappen mit Distanzen von mehr als 100 km muss ich zugeben, dass es funktioniert. Wenn auch zähneknirschend. Selbst in Chile Chico, wo es keine Wanderer zu geben scheint, hat uns eine Familie mitgenommen und den Tag mit uns verbracht. Ehrlich gesagt sind die Menschen aus Chile wirklich großartige Menschen. Sie sind so freundlich und offen wie Kanadier und noch unterstützender.
Wir sind ein bisschen traurig, dass wir Puerto Guadal ausgelassen haben, nachdem wir ein paar Tage in Puerto Río Tranquilo verbracht haben – die Aussichten, die wir vom Bus aus sahen, ließen uns wünschen, wir hätten länger in der Gegend bleiben können. Die Berge sind einfach fesselnd. Unser nächster Stopp wird El Chaltén sein, dann El Calafate, Puerto Natales, Punta Arenas und schließlich Ushuaia. Wir hatten überlegt, auf der chilenischen Seite zurückzureisen, um Puerto Guadal noch einmal zu sehen, aber nach unseren heutigen Recherchen wird das aufgrund der verbleibenden Zeit in Südamerika nicht möglich sein. Unser aktueller Plan ist es, von Ushuaia nach Buenos Aires zu fliegen, um so viel Zeit wie möglich zu sparen.
Das war's für jetzt. :) Ich werde wahrscheinlich erst in Brasilien wieder Zeit zum Schreiben haben.
📚🎧 Was ich gerade so lese
Staff Engineer: Leadership beyond the management track
Ich bin nun fast durch mit dem Buch und würde jedem dieses Buch ans Herz legen welcher aus einer Senior Position die nächste Stufe in ihrer Karriere erreichen möchte. Nicht nur lernt ihr wie der Weg aussieht um den Staff Engineer und Staff Engineer Plus Stufe zu erreichen sondern auch was euch dann erwartet. Mir half es im Kapitel über die Kommunikation mit dem C-Level meine Erfahrungen aus Kanada zu reflektieren. Mir viel auf das ich nie darüber nachgedacht habe welchen Style mein Kontakt zum C-Level hatte. Ich glaube man sollte mit diesem Buch anfangen und danach Mesut Ayatas Buch "Three Pillars of Technical Leadership". Mir fehlen noch Beispiele für die anderen Archetypen die im Buch genannt werden: den PoC Piloten und den Architekten. Als nächstes ist für mich level Up as TechLead dran um das dann mit Mesut Ayatas Buch zu vergleichen.
The Expanse Buch 1
Ich brauche mal etwas anderes als Karrierebücher und Blogposts über KI. Beides verursacht bei mir langsam zu viel Angst über meine berufliche Zukunft. Ich habe die Amazon TV-Serie gesehen und geliebt, stand den Büchern aber skeptisch gegenüber. Ich habe es trotzdem versucht und die ersten Seiten haben mich bereits gepackt. Jetzt möchte ich wissen, wie Fred zur OPA konvertiert wurde.
🎮 Videospiele
The king is watching
Die Crux an einem Steamdeck ist ja leider das man nach zwei Stunden mit Akku auf einen schwarzen Bildschirm starrt. Daher versuche ich vor allem den Stromverbrauch zu reduzieren durch die Wahl der Spiele die ich zocke. Im Moment reizt mich noch das grinden bei "The King is watching" wo ich nun alles freigeschaltet habe und in das Lategame komme. Ich denke aber das ich da nun das Ende der Fahnenstange erreicht habe. Nun stehe ich ja immer noch vor dem Berg an Content den Rogue Trader zu bieten hat. Wird wohl Zeit das ich den Berg ersteige.