Hier schreibe ich, was mich im Moment beschäftigt.. Die Idee
Zwischenstand nach zwei Monaten
Aloha! Meine Partnerin und ich sind nun schon zwei Monate auf unserer Reise unterwegs. Mexiko, Belize und Guatemala liegen bereits hinter uns, und wir stehen kurz vor der Weiterreise nach Nicaragua.
El Salvador war eine echte Überraschung. Ähnlich wie Guatemala ist das Land für Touristen sicher zu bereisen. Wir haben es mit öffentlichen Bussen durchquert und hatten dabei bessere Erfahrungen als in Belize – obwohl die Busse dort in ähnlichem Zustand waren, hatte ich das Gefühl, in Belize stärker auf mein Gepäck achten zu müssen.
Gleich zu Beginn lernten wir Pupusas kennen – DAS salvadorianische Gericht schlechthin, sowohl zum Frühstück als auch zum Abendessen. Für meine Partnerin ideal, da Pupusas in vielen vegetarischen Varianten angeboten werden und nur 1 Dollar kosten. Unsere Ernährung bestand daher größtenteils aus Pupusas, bis wir irgendwann einen Koller davon bekamen.
In Santa Ana sprachen wir mit unserem Guide über die aktuelle Lage im Land. Er verteidigte das Regime und betonte wiederholt die verbesserte Sicherheitslage, nachdem die Banden zerschlagen wurden. Alles sei viel sicherer, alle seien nun viel freier.
Eine völlig andere Perspektive bot ein Tourguide auf einer Tour nahe Cinquera – ein echter Reality-Check für mich. Er machte deutlich, dass El Salvador sich in Richtung der Zustände vor dem Bürgerkrieg zurückentwickelt habe: Das meiste Land gehöre wenigen Familien, Meinungsfreiheit gebe es nicht. Viele Veteranen der Guerilla säßen im Gefängnis unter Bukeles Regime. Auch der Veteran, mit dem ich sprechen konnten, machte klar, dass er nicht über aktuelle Politik reden wolle.
Ja, wir fühlen uns sicher auf den Straßen – aber bei unserer Internetpräsenz achten wir darauf, das Regime nicht zu kritisieren, bis wir das Land verlassen haben. Wer sich über den Bürgerkrieg informieren möchte: Schaut euch die Dokumentation "Im Namen des Volkes – El Salvador" an.
Nach dem Ende des Bürgerkriegs, in den die USA über eine Billion Dollar investiert hatten, machten sich die Gangs in El Salvador breit. Das Leiden ging also weiter. Heute sind die Straßen wieder sicher – aber nur, wenn man dem Regime die Treue schwört.
Auf den Straßen sehen wir wenige Menschen in unserem Alter. Die Älteren im Land sind merklich müde vom Kampf, und es scheint, als wolle die Bevölkerung keinen Widerstand gegen die derzeitige Ausbeutung leisten.
Mit diesem Eindruck reisen wir nun nach Nicaragua – ebenfalls kein Land der Freiheiten. Unser Weg führt über Nicaragua nach Costa Rica, von wo aus wir in den Norden Chiles fliegen wollen.
Unterwegs habe ich begonnen, hilfreiche Punkte aufzuschreiben, die ich gerne irgendwie veröffentlichen möchte. Aufgrund unserer schnellen Reise fällt es mir allerdings schwer, den Laptop aufzuklappen und in die Tasten zu hauen. Für Nicaragua nehmen wir uns nun einen Monat Zeit. Wir planen irgendwo in Nicaragua für etwas länger zu bleiben und ich hoffe dann endlich die ersten Posts über unsere Reise veröffentlichen zu können.
📚🎧 Was ich gerade so lese
The Inquisition War
Endlich bin ich mit diesem Buch durch. Ich dachte schon, ich lösche das E-Book von meinem Tolino, bevor ich es zu Ende lese. Das Buch macht einen fertig – aber nicht unbedingt auf die gute Art. Die Geschichte ist dermaßen verworren. Manchmal erschien es mir, als wollte der Autor eigentlich ein paar Kurzgeschichten schreiben, die er dann notdürftig zusammengeflickt hat. Das Ende war erstaunlich antiklimaktisch und ließ mich unzufrieden zurück. Es kommt nicht oft vor das man ein Buch liest und sich am Ende fragt wieso man das Buch eigentlich gelesen hat.Der Held der Geschichte opferte alles, verlor jede Person, die ihm wichtig war, und erreichte – nichts. Überhaupt gar nichts wurde durch den Hauptcharakter erreicht. Jede Person, die dem Hauptcharakter half, erlitt einen Schicksalsschlag oder wurde durch die eigenen Leute ermordet. Allerdings bietet das Buch tiefe Einblicke in das grausame Warhammer-Universum und die menschlichen Schicksale darin – und das ist seine eigentliche Stärke. Als eines der ersten Bücher des Warhammer-40k-Universums war es damals der erste Einblick in die IP. Der Autor macht mehr als klar: Das Imperium der Menschen ist eine überbürokratische Todesmaschine, die ihren Bewohnern nur Leid und Zerstörung bringt. Das Buch zeigte den grenzenlosen Ausmaß der Verrücktheit dieses Universums wieder und abermals. Es gibt eine Szene, in der beschrieben wird, wie Pilger zu einer Stadt ähnlich Jerusalem auf einem Wüstenplanet reisen, um dort die Fingernägel bzw. einen Abdruck des Imperators in einem Handtuch anzusehen. Dies wird einmal jährlich groß zelebriert, und als eine Massenpanik ausbricht, weil die Pilger FOMO bekommen und die Fingernägel auf jeden Fall sehen wollen, eröffnet die lokale Polizei kurzerhand das Feuer. Tausende sterben im Kugelhagel vor der Kirche, nur um einen Blick auf Fingernägel zu erhaschen. Wenn du wissen willst, wie grausam und absurd das Warhammer-40k-Universum ist, liefert dieses Buch eindrucksvolle Antworten. Willst du eine kohärente Geschichte mit befriedigendem Ende? Lass das Buch lieber liegen.
Als nächstes werde ich wohl weiter "Staff Engineer: Leadership beyond the management track" lesen.
🎮 Videospiele
The King is Watching
So richtig Zeit, um das Steam Deck anzuwerfen, gab es in den letzten zwei Monaten nicht. Ich habe hin und wieder Grim Fandango weitergespielt, aber die Rätsel sind mir zu schwer, als dass ich so viel Zeit darauf verwenden möchte. Da kommt mir das Roguelike-Genre zu Hilfe. The King is Watching ist in der Zwischenzeit als Version 1.0 released worden und hat massig Content, der entdeckt werden möchte. Ich habe bisher nur die ersten beiden Schwierigkeitsgrade geknackt und immer noch Lust auf mehr. Welche Gebäude synergieren mehr oder weniger? Was machen die Bosse und wie baue ich eine gute Wirtschaft? Für die 30-40 Minuten, die ich manchmal habe, ist es genau das Richtige.
Frohes neues Jahr euch allen :)